Joseph Ratzinger sieht sich mit der Inquisition früherer Jahrhunderte in einer kontinuierlichen Linie!

In einem Interview mit BR-alpha am 16. April 1998 sagte Kardinal Ratzinger, der jetzige Papst Benedikt XVI wörtlich: »Großinquisitor ist eine historische Einordnung, irgendwo stehen wir in der Kontinuität. Aber wir versuchen heut’ das, was nach damaligen Methoden, zum Teil kritisierbar, gemacht worden ist, jetzt aus unserem Rechtsbewusstsein zu machen. Aber man muss doch sagen, dass Inquisition der Fortschritt war, dass nichts mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, dass Untersuchungen statt finden mussten.«

Das trifft zu, denn es fanden ja wirklich “peynliche Untersuchungen” statt, die allerdings so grausam und methodisch durchgeführt wurden, bis jedes Opfer zwangsweise die erforderlichen Geständnisse und weitere Denunziationen ablieferte. Die Inquisiten konnten die abartige Folter einfach nicht länger ertragen.

Und wie viele Opfer starben bereits während, oder an den Folgen der Folter?

Wie viele begingen Selbstmord?

War das auch ein Teil des “Fortschritts?”

Nach Einschätzung des SPIEGEL war die Inquisition (lat.: Befragung) »Vorläufer von Gestapo, KGB und Stasi«.

In der Konsequenz bedeutet dieser Gedanke: das “Malefiz-Haus zu Bamberg” war nichts anderes, als ein Vorläufer der KZs, Gulags und anderer menschenverachtender Gefangenenlager totalitärer Regime bis zum heutigen Tage.

 

Die folgende Gegenüberstellung verdeutlicht Gemeinsamkeiten und Unterschiede

zweier mörderischer Systeme in der deutschen Geschichte.

 

 
 
Nazis / Inquisition
 
Methodik
 
 

Die Errichtung von Konzentrationslagern verfolgte den Zweck als rassisch minderwertig eingestufte Volksgruppen (Juden, Sinti und Roma), Schwerkriminelle, Kriegsgefangene, Andersdenkende und Homosexuelle zu internieren.
Systematische Vergasungen, unmenschlichste Haftbedingungen und unzureichende Verpflegung wirkten im Sinne der hiermit beauftragten SS: die finale Ausrottung aller Menschen die nicht der Sozial- und Rassenlehre der Nazis entsprachen.

Kriminelle wurden dagegen in herkömmlichen Gefängnissen interniert.

 

Das Malefiz-Haus wurde von dem fürstbischöflichen Erbauer Johannes Georg II nur zu einem einzigen Zweck errichtet: zur massenhaften Folterung und Inhaftierung unschuldiger Menschen. Am Ende des Prozesses vor dem Blut-Gericht erwartete den Abgeurteilten der Scheiterhaufen der Inquisition. Zielsetzung der geistlichen Fürsten war die komplette Auslöschung einer vermeintlichen Hexen-Sekte, die allein im Bamberger Hochstift 3000 Anhänger zählen sollte.
(Quelle: Neue schreckliche Zeitung von 1630)

Kriminelle wurden dagegen in herkömmlichen Gefängnissen interniert.

 
Opfer
 

Das faschistische Regime betrieb mit der Machtübernahme 1933 ideologisch motivierte Verfolgungen von Juden, Sinti und Roma.

Aufgrund der Nürnberger Rassegesetzgebung von 1935 wurden sie als Blutfeinde der proklamierten völkisch- arischen Herrenrasse erklärt und gleich politisch Andersdenkenden systematisch gesellschaftlich ausgegrenzt.

 

Die Opfer des Bamberger Hexenwahns stammten aus allen Schichten der damaligen Bevölkerung.

Ihnen allen war der katholische Glaube gemein.

Für die Festnahme reichte das Gerücht oder die „Besagung“ durch einen Gefolterten aus.
Der Bamberger Hexenjustiz fielen zumeist Frauen zum Opfer (ca 70 %).

 
Rechtsgrundlage
 

Der Reichstag nahm 1935 das Blutschutz- und das Reichsbürgergesetz an.

In diesen „Nürnberger Rassegesetzen“ materialisierten die Nationalsozialisten ihre antisemitische Ideologie in einem juristischen Regelwerk. Deutschen Juden wurden in der Folge ihre staatsbürgerlichen Rechte aberkannt.

Die zivile Entrechtlichung gipfelte in der organisierten Massendeportation in die Vernichtungslager.

 

1532 trat die Constitutio Criminalis Carolina in Kraft.

Die „peynliche Halsgerichtsordnung“ Kaiser Karls V. stellte das imaginäre „Hexerei“-Delikt im Strafmaß einem Kapitalverbrechen gleich.

Der Folter waren bei diesem „Sonderdelikt“ (Crimen Exceptum) leicht zu unterlaufende Grenzen gesetzt: an schwangeren Frauen, geistig Behinderten und Kindern unter 14 Jahren durfte die Tortur nicht angewendet werden.

 
Symbolismus
 

Über allen Konzentrationslagern befand sich eine zynische Tor-Inschrift mit dem Titel:

“Arbeit macht frei”

oder

“Jedem das Seine“.

 

Über dem Eingangsportal des Malefiz Hauses stand der Satz „Discite justitiam moniti et non temnere Divos“. Lasst euch das eine Ermahnung sein, das Recht zu lernen und die Götter nicht zu missachten.

Über diesem in Stein gehauenen Leitsatz befand sich eine Statue der Justizia, mit Waage, Schwert und verbundenen Augen.

 
Verhaftung und Hausdurchsuchung
 

Bei den Verhaftungen wurden von den Nazis auch Hausdurchsuchungen durchgeführt, der Besitzstand und das Vermögen konfisziert.

 

Auch die Beamten des Fürstbischofs führten bei jedem “Hexer” eine Hausdurchsuchung durch: man suchte nach okkulten Gegenständen und legte ein Vermögensinventar an.

 
Rechtsbeistand
 

Der Insasse eines Konzentrationslager war rechtlos.

 

Die Insassen des Malefiz Hauses waren rechtlos.

 
Lagerkleidung und Frisur
 

KZ-Insassen wurden kahlgeschoren und gestreifte Häftlingskleidung mit einem farbigen Dreieck zugeteilt. Die Farbe des am Revers eingenähten Dreiecks wies auf den Haftgrund, die im Arm eintätowierte Nummer auf die vormalige Identität der Person.

 

Die Insassen des Malefiz-Hauses erfuhren mit ihrer Einweisung eine Kahlrasur. Insbesondere diente es dem aufspüren so genannter „Teufelsmale“. Als Kleidung diente lediglich ein langes Hemd aus grobem Leinen, der so genannte „Drudenkittel“.

 
Güterkonfiszierung
 

Ein Gefangener eines KZs verlor alle seine Besitztümer an das “Deutsche Volksvermögen”.

Vor allem mit den Besitztümern reicher jüdischer Geschäftsleute wurde die Kriegsmaschinerie finanziert. Selbst den getöteten Leichen wurden noch die Goldzähne entfernt.

 

Das Vermögen und der Besitzstand der Inhaftierten„Hexen“ und „Hexer“ konfiszierte die Hexen-kommission im Namen der Kirche.

Die Inquisitionsjustiz verschlang enorme Summen. Allerdings ist bezeugt, dass auch die Inquisitoren sich selbst bereicherten.

 
Folter
 

Das Ziel der Nazis stand mit der Wannsee-Konferenz 1941 fest: die Endlösung der Judenfrage durch methodische Vernichtung aller europäischen Juden. Folter gehörte in den Lagern zum Alltag.

Allerdings war sie kein„notwendiger“ Bestandteil der faschistischen Vernichtungsmaschinerie.

 

Selbst bei Ablegung eines vollen Geständnisses, wurde der Inquisit zwecks Erlangung von „Besagungen“ (Bezichtigung) gefoltert.

Dieses bewirkte die tragische und fortlaufende Eigendynamik der Hexenverfolgung.

 
Vergewaltigung
 

Vergewaltigungen gehörten zum Alltag des Konzentrationslagers. Lagerinsassinnen wurden zudem den lagereigenen Bordellen für Kapos und SS - Wachmannschaften zugeführt.

 

Im Malefiz Haus saßen zeitgleich mit Dorothea Flock weitere 8 schwangere Frauen ein. Es mag ein Indiz für die sexuellen Übergriffe der Folterknechte und Wächter sein, denn eigentlich verbot die CCC die Inhaftierung schwangerer Frauen.

 
Selbstmord und Flucht
 

In den KZs begingen viele verzweifelte Menschen Selbstmord, indem sie sich in die elektrisch geladenen Stacheldrahtzäune warfen. In einigen wenigen Fällen gelang Gefangenen die Flucht.

 

Im Malefiz-Haus begingen zahlreiche verzweifelte Selbstmord. Zwei Frauen gelang angeblich die Flucht mit der Hilfe eines Wärters.

 
Hinrichtung
 

Wer nicht direkt bei Ankunft in die Gaskammer (Sonderbehandlung) geführt wurde, den erwarteten die grausamen Lebensbedingungen in den Lagern und die Zwangsarbeit in Kommandos.

Wer zu schwach für den Arbeitseinsatz schien, wurde nach regelmäßig stattfindenden „Selektionen“ der Vergasung zugeführt oder erschossen.

Diese Massenmorde vollzogen sich in der hermetisch abgeschirmten Hölle der Konzentrationslager.

 

Die öffentlichen Verbrennungen im Anschluss an die Hexenprozesse waren Spektakel mit Volksfestcharakter.

Ihre Ankündigung erfolgte durch kirchliche Predigten und Sonderreiter. Oftmals verbrannte man mehrere Menschen gleichzeitig.

An ihnen begingen die Folterknechte kurz vor dem Feuertod noch exzessivste Atrozitäten: das Reissen mit glühenden Zangen und das Abschlagen von Händen.

 
Verbrennung
 

Krematorien waren in den Vernichtungslagern festeingeplante Bereiche des industrialisierten Massen-mordes.

Deutsche beauftragte Firmen konzipierten hierzu effektivste Verbrennungsöfen.

Die Asche verklappten die Sonderkommandos in Gruben und Teichen.

 

In Zeil, Gerolzhofen und Hirschberg gab es zur Zeit der Hexenverfolgung, der Überlieferung nach, Verbrennungsöfen für Hexen.

Allgemein hatte nur noch Asche des Hingerichteten übrig zu bleiben. Dem Aberglauben nach fürchtete man ansonsten, dass der Teufel aus den sterblichen Überresten die Hexe wieder zum Leben erwecken könne.

 
Testament
 

Bei Deportation verloren Juden mit dem Grenzübertritt ihre Staatsangehörigkeit.

Zugleich ging das gesamte Eigentum und Vermögen wie auch die Ansprüche aus Lebensversicherungen und Renten förmlich an den Staat über.

 

Die CCC schreibt im Falle der Verurteilung vor, dass der Angeklagte 3 Tage vor seiner Hinrichtung von derselben informiert werden musste, “um seinen Seelenfrieden in der Beichte zu finden” und um sein Testament zu machen".

Gläubige Christen vermachten oftmals große Teile ihres Vermögens an die Kirche oder ließen sich durch Spenden Messen nach ihrem Tode lesen.

 
Das Ende
 

Alliierte Truppen befreiten bis in den Frühjahr 1945 die Überlebenden der Todeslager.

 

Die Bamberger Hexenverfolgung erfuhr mit dem Einrücken der protestantischen Truppen unter dem Schwedenkönig Gustav V. ein jähes Ende.

In Zeil wurden 5, in Bamberg 10 der letzten Gefangenen vor dem Einmarsch der protestantischen Truppen gegen Unterzeichnung der Urfehde (keine Rache am Gericht) auf freien Fuß gesetzt.

 
Täterverfolgung
 

Bis in die Gegenwart verfolgen Strafbehörden überlebende Täter. Allerdings, konnten sich namhafte Nazi-Kader in der Nachkriegszeit unbehelligt in wichtigen Funktionen von Politik, Wirtschaft und Kultur behaupten.

Ein Beispiel bietet Alfred Six, ehemaliger SS-Angehöriger, Leiter des RSHA (Reichssicherheitshauptamt) und Gruppenleiter von Adolf Eichmann. Er bekleidete bis 1975 einen führenden Managerposten bei der Porsche AG.

 

Im Falle der Hexenverfolgung fand niemals eine Täterverfolgung statt.

Es gibt aber Berichte von lokalen Racheaktionen an Hexenrichtern.

 
Andenken
 

Mahnmale und Orte der Erinnerung für die Opfer der Nazi-Herrschaft sind für nachfolgende Generationen die ewige Mahnung an die Verbrechen, zu denen der Mensch am Menschen fähig ist.


Ihrer Warnung darf und kann es nicht genug geben.

 

Das Kapitel der katholischen Inquisition hat bisher keine umfassende Aufarbeitung erfahren. Dies liegt zum Teil daran, dass die Katastrophe des „Dritten Reiches“ im Fokus der nationalen Nachkriegs- und Geschichts-forschung lag.

Anlässlich der Öffnung einiger vatikanischer Geheimarchive 1998, wurde eine ernste wissen-schaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Hexenverfolgung im fränkischen Bamberg ermöglicht.

 
 

Fazit

Die systematischen Parallelen zwischen den Verfolgungen in der frühen deutschen Neuzeit und denen des „dritten Reiches“ sind augenscheinlich.

Es mutet einem seltsam an, wenn man sich die Ursprünge der katholischen Inquisition vergegenwärtigt.
Anlässlich der vierten Lateransynode 1215, berief Papst Innozenz III. eintausendfünfhundert kirchliche Würdenträger nach Rom. Diese Synode erklärte die Katharer, die Anhänger einer christlichen Glaubens- bewegung, zu Ketzern und proklamierte "den heiligen Krieg".

Ihr Werkzeug wurde die heilige Inquisition. Über die Juden verfügte man zeitgleich, dass sie einen gelben Fleck an ihrer Kleidung zu tragen hätten. Über 700 Jahre später wurden Deutsche Juden ab 1941 verpflichtet einen gelben Judenstern „sichtbar auf der linken Brustseite des Kleidungsstückes fest aufgenäht zu tragen“. (Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden).

Dennoch gibt es auch ganz essentielle Unterschiede dieser beiden deutschen Unrechts-Systeme:

Ein folgsamer Volksdeutscher konnte unter der faschistischen Diktatur und im Überwachungsstaat (Gestapo, SS) ein geruhsames Leben führen. Die Volksfeinde wurden schließlich vom NS-Regime gesetzlich klar definiert.

Spätestens mit der Hinrichtung der kompletten Familie des Kanzlers Dr. Georg Haan (1628), kannte der Bamberger Hexenwahn keinerlei Schranken mehr.

Jeder Bamberger konnte jederzeit in das tödliche Räderwerk der Inquisition geraten.

Psychologisch gab es eine weitere Steigerung des Horrors: Im Unterschied zum willkürlichen Hexenwahn dem jeder zum Opfer fallen konnte, hatten die Nazis zumindest klare Feindbilder geschaffen.

Die Folterknechte des Fürstbischofs, des höchsten Geistlichen im Bistum, brachten ihre Opfer fast ausnahmslos bis an den Punkt, an dem sie sogar ihre eigene Familie als Hexenkomplizen bei den Hexenkommissaren bezichtigten. Gefoltert im Namen des Gottes, den die gepeinigten Menschen gleichzeitig um Barmherzigkeit und um Gnade anflehten.

Wenn man nach dem Studium der gesamten Bamberger Aktensätze erkennt, wie oft die Inquisiten ihre Besagungen wieder zurücknehmen wollten, dann wird dem Menschen von heute erst bewusst, dass diese moralische Belastung wohl den absoluten Gipfel der psychologischen Grausamkeit darstellte.

Jeder geäußerte Widerruf muß deshalb als temporäre Heldentat der verzweifelten Opfer gedeutet werden: sie hatten wenigstens versucht zu widerrufen, doch das führte lediglich zu einer erneuten „peynlichen Befragung“ durch die Folterknechte und Hexenkommisare.

Jeder dieser Menschen war vollkommen unschuldig und wurde durch die wiederholte Anwendung grausamster Foltermethoden zu diesen widerlichen Denunziationen gezwungen. Dies geschah in der Regel in Anwesenheit eines Geistlichen, der ihnen im Anschluss an Folter und Geständnis noch die Beichte abnahm und sie dann, 3 Tage danach, bis auf den Scheiterhaufen begleitete.

Die Existenz eines Malefiz-Hauses ist der heutigen Bevölkerung weitgehend unbekannt. Zur Zeit der Hexenverfolgungen im frühen 17. Jahrhundert war den Bamberger Bürgern diese Stätte des Grauens im gleichen Maße bekannt, wie das alte Brücken-Rathaus. Allerdings um Weiten mehr gefürchtet.

“Die unschuldigen Opfer eines gnadenlosen Systems verdienen auch nach bald 350 Jahren unsere Achtung, jeder Name ein ehrenvolles Andenken. Darin liegt die Verpflichtung, sich der Gefahren totalitärer Systeme bewusst zu werden und die Würde jedes Menschen zu verteidigen.”

(Dr. Alfred Bruns, Landesarchivdirektor Münster).

 

Es ist unser gemeinsames Erbe - das U.N.E.S.C.O.-WELTKULTUR-ERBE Bamberg. Zu Mahnen und zu Gedenken wäre deshalb eine ehrenwerte Aufgabe zur Aufarbeitung dieser einmaligen Mordserie.

Vor diesem Hintergrund ist die Errichtung einer Gedächtnisstätte zumindest überfällig - um die Märtyrer von Bamberg mit allem Respekt zu würdigen.

Ein sichtbares Mahnmal oder ein Dokumentationszentrum, (wie im Fall der Stadt Zeil am Main) könnte den zahlreichen Besuchern Bambergs damit auch die finsteren Seiten der einmaligen Stadtgeschichte aufzeigen.

Begrüßenswert ist daher der Vorschlag von Frau Dr. Dengler-Schreiber, der Weltkulturbeauftragten der Stadt Bamberg, den erhaltenen „Junius-Brief“ als Einzel-Dokument in die „LIST OF THE MEMORY OF THE WORLD“ aufzunehmen.

Das Malefiz Haus ist ein einmaliges Denkmal deutscher Sozial- und katholischer Religionsgeschichte und sollte zur Mahnung an kommende Generationen für die Liste des immateriellen Kulturguts der Menschheit der U.N.E.S.C.O. vorgeschlagen werden.

Wenn es zum Andenken der Anna-Maria Junius - also der Tochter von Johannes Junius - einen Straßennamen in Bamberg gibt, warum dann nicht auch für ihren gefolterten Vater, den Märtyrer Johannes Junius. Oder ein öffentliches Dr. Haan-Gebäude?

Die organisierte massenhafte Hexenverfolgung war ein mörderischer Alptraum für die gesamte Bevölkerung des Hochstifts.

Nach den drei Wellen des Hexenwahns waren die Menschen wohl noch für Jahrzehnte traumatisiert und misstrauisch gegenüber dem übermächtigen Klerus auf dem Domberg.

Der Volksmund nannte Bamberg noch bis in das späte 19. Jahrhundert den “Schrein des Grauens” - die schöne Stadt, in der sie all die Menschen verbrennen.

“Und es ist sehr wahr, was neulich der Inquisitor eines großen Fürsten zu prahlen wagte, dass, wenn unter seine Hände und Torturen der Papst selber fallen sollte, ganz gewiss auch er sich als Zauberer bekennen würde.” (Cautio Criminalis, zitiert nach Erika Wisselinck: Hexen).

 

Am 11. März 2007 wurde im voll besetzten Dom zu Bamberg feierlich das 1000-jährige Bistumsjubiläum mit einem Vespergottesdienst samt Vergebungsbitte gefeiert.

Vor dem selben Altar, vor dem auch seine Vorgänger Gottfried von Aschhausen, der Fuchs von Dornheim und Weihbischof Dr. Friedrich Förner zu den Bamberger Bürgern predigten, hat der amtierende Erzbischof Dr. Ludwig Schick wörtlich gesagt: "Damit wir in Zukunft mehr Licht sein und bringen können, feiern wir diesen Gottesdienst der „Reinigung des Gedächtnisses“, der Bitte um Vergebung und der Erneuerung".

Den vollständigen Text dieser Vergebungsbitte finden Sie hier (Link) und wenn Sie sich fragen, wie es sein kann, dass der einmalig grausame Massenmord an den Bamberger Märtyrern bis dato "niemals in Bamberg, bzw. in der Deutschen Geschichte angekommen ist", dann finden Sie hier vielleicht eine Antwort.

 

 
 
footer